Sollen die Bürger über die Verwendung der Sponsoringgelder von Sparkasse und Stadtwerken abstimmen?

In diesem Jahr können die Bürger über die Verwendung der Sponsonringgelder von Stadtwerken und Sparkasse mittels Online-Voting abstimmen. Die Verteilung der Gelder wurde bisher von den Geschäftsleitungen der stadteigenen Unternehmen vorgenommen bzw. von den mit Lokalpolitikern besetzten Aufsichtsräten der Betriebe. Dadurch war es  z.B.  möglich, dass Stadtwerke und Sparkasse auf Drängen bestimmter politischer Fraktionen verpflichtet werden konnten 2 Mio. für das Konzerthaus bereit zu stellen als die privaten Spendengelder in entsprechender Höhe fehlten.

So wurde nicht nur in diesem Fall kritisiert, dass Sponsoringgelder aufgrund von nicht nachvollziehbaren Gründen an bestimmte Institutionen oder Vereine ausgeschüttet wurden. Das neue Konzept sollte daher den Bürgern die Entscheidung überlassen, welche Vorhaben mit Sponsoringgeld finanziert werden sollen und welche nicht.

Jetzt ist auch das neue Verfahren in die Kritik geraten, nachdem beim letzten Sparkassen-Voting offenbar die Online-Wahlen manipuliert wurden. Auch fragen Kritiker aus der freien Kunstszene öffentlich, ob Kunstprojekte zukünftig nur noch Sponsorengelder erhalten würden, wenn sie Vote-kompatibel sind, da sonst z.B. Sportvorhaben grundsätzlich gegenüber Kulturprojekten bevorzugt seien.

Zudem wird bemängelt, dass bei dem jetzigen Verfahren Projekte von großen Vereinen gegenüber Vorhaben von kleinen Initiativen bevorzugt werden. Die meisten Bürger würden bei den Online-Wahlen nicht abstimmen. Daher hätten diejenigen mit ihren Vorhaben größere Chance , die große Mengen Bürger, z.B. Vereinsmitglieder für sich mobilisieren können. So hätten teilweise Projekte, die nur für wenige Vereinsmitglieder von Nutzen sind bessere Chancen als Projekte die für alle Bürger der Stadt nutzbar wären.

Auch würden die Bürger, die nicht die Möglichkeit hätten online abzustimmen, benachteiligt.

Weiterhin wird die Frage gestellt, ob es nicht gerechter wäre, wenn die von den Bürgern gewählten politischen Gremien (Stadtrat und Bezirksvertretungen) unter Beteiligung der Bürger die Verteilung der Gelder organisieren würden, nachdem Stadtwerke und Sparkasse diese Gelder, die sie jetzt selbst ausschütten, an die Stadt als Gewinn abgeführt haben.

WAZ vom 16.09.13: Freie Kulturszene will Online-Voting über Stadtwerke-Sponsoring stoppen
WAZ vom 30.06.13: „Täglich 30 Mal voten. Das bringt’s!“
Kommentar: Schluss mit dem Sponsoring bei Sparkasse und Stadtwerken
Voting bei den Stadtwerken: Wofür schlägt dein Herz
Voting bei der Sparkasse: WIR sind Bochum

Bildnachweis: Wettbewerbs-Logo der Stadtwerke Bochum


Sollen die Bürger über die Verwendung der Sponsoringgelder von Sparkasse und Stadtwerken abstimmen?

  • Das Verfahren muss geändert werden, Manipulationen müssen weitestgehend ausgeschlossen werden. (20%, 6 Stimmen)
  • Bürger und Politik sollten die Verteilung der Gelder organisieren nicht Stadtwerke und Sparkasse. (20%, 6 Stimmen)
  • Es müssen mehr Bürger an den Abstimmung teilnehmen, sonst sind die Abstimmungen nicht repräsentativ. (20%, 6 Stimmen)
  • Die jetzige Vorgehensweise ist besser als die bisherige. (10%, 3 Stimmen)
  • Viele Kulturprojekte sind z.B. nicht Vote-kompatibel, daher muss sich was ändern. (10%, 3 Stimmen)
  • Die Grundidee ist nicht schlecht, aber sollte noch verbessert werden. (10%, 3 Stimmen)
  • Dazu habe ich keine Meinung. (7%, 2 Stimmen)
  • Die Bürger sollten nicht über die Verteilung abstimmen. (3%, 1 Stimmen)

Insgesamt abgegebene Stimmen: 30

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