Sind die Erhöhungen der Vergütungen der Vorstände der Sparkasse gerechtfertigt?

Die drei Vorstände der Bochumer Sparkasse verdienten 2012 zusammen 1,422 Millionen Euro, davon entfielen 504.000 Euro auf den Vorstandsvorsitzenden Volker Goldmann. Das bedeutet eine Erhöhung der Vergütungen von 2011 auf 2012 um insgesamt 17,62 Prozent, dabei stieg das Gehalt des Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden nur um 3,07%. Den Vorständen steht neben der Vergütung noch ein Dienstwagen zur Verfügung, der auch privat genutzt werden kann.

Die Vergütung legt der Verwaltungsrat fest. Dieser ist zu zwei Dritteln mit Lokalpolitikern des Rates und einem Drittel aus Angestellten der Sparkasse besetzt.

Die Vergütungen der Verwaltungsratsmitglieder hat die Sparkasse bisher nicht bekannt gegeben, obwohl seit 2009 die Bezüge jedes Mitglieds von Vorstand und Verwaltungsrat veröffentlicht werden sollten.

Die Sparkasse soll laut des städtischen Konsolidierungskonzepts von 2012 bis 2015 18,3 Mio Euro für die Stadtkasse erwirtschaften (Gewinnausschüttung 2012: 14 Mio. Euro). Befürworter der Höhe der Vergütungen halten daher die Erhöhung aufgrund des wirtschaftlichen Erfolgs und der Verantwortung des Vorstandes für angemessen. Die Bochumer Sparkasse hat derzeit 1.285 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von 5,48 Mrd. Euro und gehört damit zu den größeren Sparkassen NRWs.

Nach Aussage von Volker Goldmann richten sich die Vorstandsgehälter nach einer Empfehlung des Sparkassen- und Giroverbandes.

Kritiker halten dagegen die Erhöhung angesichts der finanziellen Lage der Stadt für unangemessen. Auch hätten Vorstände von kommunalen Sparkassen nicht ein vergleichbares wirtschaftliches Risiko zu verantworten wie etwa Vorstände von Privatbanken.

Kritisiert wird auch, dass der von der Politik dominierte Verwaltungsrat über die Bezüge von „Parteifreunden“ entscheidet. So entscheidet der SPD dominierte Verwaltungsrat über die Vergütungen des Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Volker Goldmann, der 12 Jahre auch Vorsitzender der Bochumer SPD war.

WAZ vom 19.09.2013: Bochumer Sparkassenvorstände verdienten 1,422 Millionen
Konsolidierungskonzept der Stadt Bochum: Abschlussbericht
Sparkasse Bochum: Bilanzpressemitteilung 2012
Verwaltungsrat der Sparkasse: Report der Sparkasse 2012, S. 38
Handelsblatt 2011: Vergütungen bei Sparkassen in NRW im Vergleich

Bildnachweis: Christoph Seelbach, Wikipedia


Sind die Erhöhungen der Vergütungen der Vorstände der Sparkasse gerechtfertigt?

  • Angesichts der wirtschaftlichen Lage der Stadt sind die Vergütungen zu hoch. (29%, 10 Stimmen)
  • Auch die Vergütungen der Verwaltungsratsmitglieder müssen offen gelegt werden. (24%, 8 Stimmen)
  • Die Erhöhung der Vergütungen sollte sich an der allgemeinen Einkommensentwicklung orientieren. (24%, 8 Stimmen)
  • Dass bestimmte Ratsmitglieder über die Vergütungen von "Parteifreunden" entscheiden, halte ich für falsch. (21%, 7 Stimmen)
  • Die Vergütungen sind aufgrund des wirtschaftlichen Erfolges und der Verantwortung angemessen. (3%, 1 Stimmen)
  • Die Vergütungen sollten denen in der Privatwirtschaft entsprechen. (0%, 0 Stimmen)
  • Dazu habe ich keine Meinung. (0%, 0 Stimmen)

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One thought on “Sind die Erhöhungen der Vergütungen der Vorstände der Sparkasse gerechtfertigt?

  1. Wolfgang Hoinko on

    Angemessen ist hier gar nichts! M.E. würden knapp die Hälfte, eher rd. 200 T€ p.a.ausreichend sein. Man muß das nur mal mit Geschäftsführern, u.Prokuristen von größeren Mittelbetrieben in der Wirtschaft vergleichen! Das ist einfach lächerlich, dass die Sparkassenvorstände in NRW etc. bis zu 800 T€ pro anno erhalten (nicht verdienen!). Und jetzt vergleiche ich nochmals mit Kranken- u. Altenheimpersonal, dann komme ich überhaupt nicht mehr zurecht mit diesen schwindelerregenden Höhen. Ich vergleiche nicht nur Leistungen, sondern auch Verantwortung. Ich sehe hier
    bei den Spaka-Vorständen keine große Verantwortung, geschweige denn Leistung.
    Das ist kein „Futterneid“, sondern schlicht und einfach Realität.

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