Soll die Ansiedlung von Discounter-Märkten reguliert werden?

Die Kaufleute in Gerthe beklagen, dass die Fußgängerzone verödet, insbesondere nachdem im Gewerbepark Lothringen vier Discounter und ein kick-Markt angesiedelt wurden. Die Kunden blieben aus, sie kämen nicht mehr in das gewachsene Zentrum des Stadtviertels. Stattdessen würden sie jetzt mit dem Auto in das benachbarte nicht integrierte Einkaufszentrum fahren.

Gleiche Befürchtungen gibt es in anderen Stadtteilen, z.B. Linden. An der Lindener Ortsgrenze soll ein REWE-Lebensmittelmarkt mit Vollsortiment und 1.300 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Der Lindener Einzelhandel befürchtet, der Einzelhandels-Standort Linden sei gefährdet, weil der geplante Markt mit dem Auto schnell erreichbar sei.

Die Stadt versucht mit dem Masterplan Einzelhandel zu steuern, wo in der Stadt nicht integrierte Einkaufsmärkte und -zentren entstehen dürfen und wo nicht. Ansiedlungen in reinen Verkehrslagen oder Gewerbegebieten die mit gewachsenen Einzelhandelszentren konkurrieren sollen durch die Vorgaben im Masterplan reguliert werden.

Ziel des Masterplans ist die Erhaltung und Entwicklung der gewachsenen Zentrenstrukturen in den Stadtvierteln und die Gewährleistung einer fußläufig erreichbaren Nahversorgung für den täglichen Bedarf .

So wurde mit dem Masterplan die Ansiedlung von IKEA in Wattenscheid mit der Begründung abgelehnt, die Stadt gehe davon aus, dass dem Einzelhandel in der Innenstadt ein wirtschaftlicher Schaden entstehen könne, da Ikea nicht nur Möbel, sondern auch Haushaltsartikel anbiete. Gegen dieses Vorgehen wurde angeführt, in Wattenscheid sei kaum noch eine Konkurrenzsituation im Einzelhandel vorhanden, da hier in der Vergangenheit zahlreiche Geschäfte geschlossen wurden.

Auch an der Wittener Straße wurde für die Ansiedlung eines „Multi-Service-Centers“ mit Supermarkt, Tierfutterdiscounter, Baumarkt und Bürogeschäft mit Blick auf den Masterplan keine Genehmigung erteilt.

Kritisiert wird am Masterplan Einzelhandel, dass dieser bestehende auch nicht-integrierte Einzelhandelsstrukturen vor Konkurrenz schütze und die Entscheidung der Politik für oder gegen Ansiedlungen nicht immer objektiv ist, sondern auch von Eigeninteressen getragen sein kann. Auch wird die Frage gestellt, ob Politik und Verwaltung die erforderliche Kompetenz und Voraussicht besitzen können, um zu entscheiden, wie sich Ansiedlungen über Jahre auswirken werden.

WAZ vom 01.10.13: Einzelhandel fürchtet Konkurrenz
Stadt Bochum: Masterplan Einzelhandel
WAZ vom 02.02.13: Ikea in Wattenscheid?
RN vom 19.01.13: Kein Lebensmittel-Discounter an der Wittener Straße

Bildnachweis: User:Erbsensuppe, Wikipedia


Soll die Ansiedlung von Discounter-Märkten reguliert werden?

  • Es sollten keine zusätzlichen Discounter-Märkte mehr genehmigt werden. Die Stadtteilzentren müssen besser geschützt werden. (33%, 6 Stimmen)
  • Die gewachsenen Stadtviertel müssen attraktiver gemacht werden, der Masterplan allein hilft nicht. (22%, 4 Stimmen)
  • Der Masterplan Einzelhandel ist kein Allheilmittel. Die Stadtviertel gehen weiter kaputt. (17%, 3 Stimmen)
  • Die Ansiedlung von Discounter-Märkten sollte nicht reguliert werden. Die Kunden entscheiden, welche Geschäfte sie haben wollen. (11%, 2 Stimmen)
  • Der Masterplan Einzelhandel hat sich bewährt und schützt die gewachsenen Strukturen in den Stadtvierteln. (11%, 2 Stimmen)
  • Der Masterplan Einzelhandel schützt den traditionellen Einzelhandel und benachteiligt neue Marktakteure. (6%, 1 Stimmen)
  • Politik und Verwaltung sollten nicht darüber entscheiden, wer sich wo in der Stadt ansiedeln darf. (0%, 0 Stimmen)
  • Dazu habe ich keine Meinung. (0%, 0 Stimmen)

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One thought on “Soll die Ansiedlung von Discounter-Märkten reguliert werden?

  1. Wolfgang Hoinko on

    Tja, das ist gar nicht so einfach. Normalerweise stimmt der Bürger/Kunde mit den Füßen bzw. mit dem PKW ab,
    wo er was preisgünstig kaufen will, solange die Motorisierung immer noch zunimmt, genügend kostenlose Parkplätze
    in den großen Centren wie Ruhrpark, Oberhausen-Center, Einkaufszentrum Rhein-Ruhr, ja selbst die Thier-Arkarden in
    Dormunds City, vorhanden sind. Die Bochumer Stadtteile sind doch einkaufstechnisch recht unterschiedlich, so gibt es in Linden ein gutes Konzept, und der Umsatz stimmt (noch), im Gegensatz zu Gerte, Langendreer, Wattenscheid u.ä.
    Vergessen wir nicht die rasant zunehmenden „online-Käufe“, der jüngeren Generation. Das ist für mich sowieso eine
    Riesenkonkurrenz. Weitere sogen. „Shopping-Malls“ benötigen wir allerdings nicht mehr im Ruhrgebiet, vielleicht noch
    1-2 IKEA-Häuser, und hier sollte Wattenscheid den Vorzug erhalten.

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