Soll die Bundeswehr auf der Berufsbildungsmesse werben dürfen?

Jedes Jahr findet in Bochum die Berufsbildungsmesse statt. Die Messe richtet sich insbesondere an Schüler der Klassen 8 und 9 aus Bochum und Wattenscheid, die sich informieren wollen, welche Berufe sie ggf. nach Ende ihrer Schulausbildung ergreifen könnten.

Immer wieder gibt es Streit, ob bei der Messe auch die Bundeswehr als Arbeitgeber werben sollte.

Die Gegner der Teilnahme verweisen darauf, dass gemäß Artikel 3, Absatz 1 des Fakultativprotokolls vom Mai 2000 zur UN-Kinderrechtskonvention, dass  Mindestalter für die Einziehung von Freiwilligen zu nationalen Streitkräften auf 18 Jahre angehoben werden soll und daher die Werbung bei Minderjährigen, die einen Großteil der Besucher der Berufsbildungsmesse darstellen, nicht gerechtfertigt sei.

Die Befürworter der Präsenz der Bundeswehr sehen die Bundeswehr als normalen Arbeitgeber, Jugendliche sollen bei der Messe über ihre beruflichen Perspektiven und Chancen informiert werden, also auch über eine Arbeit bei der Bundeswehr. Die Bundeswehr sei zwar kein Arbeitgeber wie jeder andere, aber sie sei auch Arbeitgeber.

Die Kritiker halten dem wiederum entgegen, dass die Bundeswehr als Arbeitgeber weltweite bei diversen Auslandseinsätze auch auf Kriegsschauplätzen tätig sei,  was spezielle und vielfältige Risiken nach sich ziehe. Minderjährige Schüler könnten diese Risiken nicht immer abschätzen. Diese Risiken würden bei der Werbung nicht ausreichend vermittelt. 2012 sei die Werbung z.B. durch Kickerspielen erfolgt.

Für die Messe 2013 wurde vom Rat der Stadt beschlossen, dass die Werbung der Bundeswehr ausschließlich auf zivile Berufe beschränkt bleiben sollte. Auch wurde auf der Messe für die Besucher eine Diskussionsrunde zum Thema „Bundeswehr – ein ganz normaler Arbeitgeber?“ durchgeführt.

Gegen das Vorgehen 2013 wird eingewendet, dass eine künstliche Trennung zwischen militärischen und zivilen Berufen bei der Bundeswehr kaum möglich sei.

Auf der Messe selbst wurde rigoros gegen die Gegner der Präsenz der Bundeswehr vorgegangen. Das Entrollen von Transparenten wurde unterbunden, ebenso die Verteilung von Flugblättern. Die Demonstranten, darunter auch Ratsmitglieder, wurden des Hauses verwiesen.

Dieses Vorgehen wurde wiederum scharf kritisiert. Das Verhalten der Stadt laufe dem Recht auf freie Meinungsäußerung massiv zuwider.

RN vom: Bundeswehr auf Berufsmesse sorgt weiter für Streit
WAZ vom 09.10.13: Jugendamt erteilt Friedensaktivisten auf Bochumer Berufsmesse Hausverbot
bsz vom 16.10.2013: Demokratie endet hier!

Bildnachweis: Sicherheitsoffizier ALÜ, Wikipedia


Soll die Bundeswehr auf der Bochumer Berufsbildungsmesse werben dürfen?

  • Die Bundeswehr sollte auf der Messe wie jeder andere Arbeitgeber werben dürfen. (39%, 11 Stimmen)
  • Die Kritiker der Bundeswehr sollten auf der Messe demonstrieren dürfen. (14%, 4 Stimmen)
  • Die Gegner sollten auf der Messe einen gleich großen Stand erhalten wie die Bundeswehr. (14%, 4 Stimmen)
  • Die Bundeswehr sollte nicht zu der Messe zugelassen werden. (11%, 3 Stimmen)
  • Die Bundeswehr sollte auf der Messe nur für Zivilberufe werben dürfen (11%, 3 Stimmen)
  • Auf der Messe sollte ein Demonstrationsverbot durchgesetzt werden. (11%, 3 Stimmen)
  • Dazu habe ich keine Meinung. (0%, 0 Stimmen)

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6 thoughts on “Soll die Bundeswehr auf der Berufsbildungsmesse werben dürfen?

  1. sind hirmunult vahtida. Ja, et isegi putru ei pidanud keetma, sest siis umbes ta ei näljutand oma last surnuks vaid daamilikult «paastus» ise Vanad ajad tunduvad ikka hiljem kergemad ja noh peab nentima, et mul isegi POLE last ja ikka tundub, et nii ülekohtuselt raske on mõnikord

  2. I see where I went wrong – I left off with Art at the BFA level, and then went and got an MA in writing – which disqualifies me from the head wraps. Bummer!

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